Chronik der Hexenzunft Grafenhausen e.V.

Das fasnächtliche Brauchtum in Grafenhausen soll nach mündlichen Überlieferungen bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, doch sind hierzu bislang keine schriftlichen Unterlagen mehr vorhanden oder auffindbar. Das älteste derzeit bekannte Fasnachtsbild von Grafenhausen wird auf den Zeitraum des Beginns des 20.Jahrhunderts, noch vor Ausbruch des ersten Weltkriegs, datiert.
Nach Aussage noch lebender Zeitzeugen haben in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts weitere unorganisierte Fasnachtsumzüge in Grafenhausen stattgefunden, so z.B. im Jahre 1928. Leider fielen diese Anfänge einer richtigen Narretei in unserem Ort dem zweiten Weltkrieg zum Opfer. Zwei zu Beginn
der fünfziger Jahre ins Leben gerufenen Elferräte unter der Führung von Josef Schludecker (von 1963 bis 1972 Bürgermeister von Grafenhausen) bzw. von Otto Büchele (siehe Bild) organisierten mehrere Fasentumzüge am Fasnachts-Dienstag ("Fasent-Zischdig"), ohne letztendlich selbst lange bestehen zu bleiben.
Trotzdem konnten die Grafenhausener nicht ohne "Fasent" sein und veranstalteten in lockerer Form weiterhin am Fasnachts-Dienstag ("Fasent-Zischdig") Umzüge, um wenigstens das närrische Verlangen der örtlichen Bevölkerung zu stillen. Weitere Veranstaltungen fanden zu dem am Schmutzigen Donnerstag ("Schmutzige Dunnschdig") bzw. am Fasnachts-Montag ("Fasent-Mendig") im Saal des Gasthauses Kronen in der
Kirchstraße statt.
Die Hexe als Narrengestalt in Grafenhausen entstand in Anlehnung an die örtliche Geschichtsschreibung. In den Wirrungen während und nach dem "30-jährigen" Krieg blühte vielerorts der Hexenwahn, der im Mittelalter in vielen Landstrichen unbarmherzig gewütet hat und so auch in unserem Ort seine Opfer fand. In verschiedenen geschichtlichen Unterlagen kann nachgelesen werden, dass im Jahr 1657 in Grafenhausen drei Hexenprozesse stattgefunden haben. Der Überlieferung zufolge wurde dabei ein Urteil gegen einen männlichen (!) Bewohner unserer Gemeinde vollstreckt und dieser zunächst erhängt und danach auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die gegen zwei weibliche Bewohner unserer Gemeinde gerichteten Verfahren verliefen glimpflicher. Sie wurden am Ende ihres Prozesses freigesprochen, nachdem sie einen gnädigen Richter gefunden hatten. Nähere Informationen und Einzelheiten zur Gesamthistorie findet der interessierte Leser unserer Internetseiten unter der Rubrik "Historie".





















































Nachdem im Jahr 1963 aufgrund fehlender Organisatoren kein Umzug auf die Beine gestellt wurde, besannen sich verschiedene Urfasnächtler um Alfons Elsner, Ottmar Hägle und Walter Sterzenbach ihrer Verantwortung und nahmen die Organisation des Umzugs für das Jahr 1964 selbst in die Hand.













Anlässlich des Fasentumzugs im Jahr 1964 traten u.a. Alfons Elsner, Ottmar Hägle, Josef Kalinasch, Franz Seiler und Walter Sterzenbach, erstmals in einem Hexenhäs auf, das im Laufe der darauffolgenden Jahre immer mehr vereinheitlicht wurde und im Jahr 1968 seine entgültige Farbgebung erlangte. Gleichzeitig wurde dem wilden und unorganisierten Fasenttreiben im Ort mit der Gründung des "Hexenclubs" ein Ende gesetzt und die Hexe als Fasentgestalt in Grafenhausen fest installiert.









Stolz präsentierte man im Jahr 1970 im Hof von Richard Fleig die erste von Maskenschnitzer Konrad Wernet aus Elzach entworfene und gefertigte Holzmaske der Öffentlichkeit, die in ihrer Form wie der Schlachtruf "Hexe-fäge" bis heute unverändert geblieben ist.












Auch wenn aus heutiger Sicht betrachtet die ersten Jahre schwer waren und man weitestgehend unorganisiert blieb, was alte Bilder unserer Zunft belegen, warben die Gründer um neue Mitglieder. In einer Zusammenkunft am 20.02.1970 im Gasthaus "Krone" bestimmte man Karl-Heinz Hierlinger zum ersten Hexenmeister und Richard Fleig zum Schriftführer und gleichzeitig zum Rechner. Im Rahmen der ersten Generalversammlung des Hexenclubs im Gasthaus Schwanen am 14.05.1971 erfolgten sodann die ersten offiziellen Wahlen.




















Aus den Reihen der nunmehr zehn Personen umfassenden Gruppe wurde der erste Zunftrat gewählt, der sich wie folgt zusammensetzte:

1. Zunftmeister: Karl-Heinz Hierlinger
2. Zunftmeister: Richard Fleig
Rechner: Walter Debacher
Schriftführer: Friedhelm Kuri.
























Erste Schritte in einem geordneten Ablauf der Fasent in Grafenhausen zeigten sich mit der Einführung des Prunkabends ab dem Jahr 1973 im Saal des Gasthaus "Krone". Der Prunkabend fand in den folgenden Jahren einen derartigen Zuspruch, dass aufgrund der im Saal vorhandenen Platzverhältnisse regelmäßig drei Veranstaltungen notwendig waren, um allen Kartenwünschen der einheimischen Bevölkerung gerecht zu werden.






Daneben organisierte der Hexenclub ab 1974 anlässlich der Fasenteröffnung um den 11.11. herum einen Tanzabend im Kronensaal, in den man die Aufnahme der Anwartschaftsmitglieder in den Kreis der aktiven Hexen integrierte. Die Zeremonie, bei der den Neuaufgenommenen der Hexentrunk durch den amtierenden Oberzunftmeister gereicht wird, ist im Gegensatz zum Tanzabend bis zum heutigen Tage erhalten geblieben. Als äußeres Zeichen wird den neuen Hästrägern die Maske zur "völligen Verwandlung" überreicht.
Auch außerhalb des Dorfes machte man sich recht schnell einen Namen, waren die Hexen durch die Lebendigkeit ihrer Narrenfigur, ihrer farbenfrohen Häser und der zwar schaurig, aber doch freundlichen Maske überall gern gesehene Gäste.



































Im September 1976 wurde die erste Zunftsatzung erstellt, nach der sich der Verein insbesondere der Pflege und Bewahrung der althergebrachten alemannischen Fasentbräuche in Grafenhausen verschreibt. Schon im Oktober 1976 erfolgte der Eintrag des Vereines in das Vereinsregister beim Amtsgericht Ettenheim. Der bisherige Name "Hexenclub Grafenhausen" wurde durch den bis heute bestehenden Namen "Hexenzunft Grafenhausen e.V." ersetzt.

Die erste personelle Veränderung innerhalb der Führungsspitze ergab sich an der Jahreshauptversammlung (Generalversammlung) am 31. März 1979, bei der die Zunft immerhin schon über 30 aktive und 20 passive Mitglieder verfügte. Für den ausscheidenden Zweiten Zunftmeister Richard Fleig rückte Wolfram Stippich nach.

Das Rad der Zeit blieb auch in Grafenhausen nicht stehen und mit dem Bau der Turn- und Festhalle in den Jahren 1978/1979 im südlichen Dorfbereich hinter der Grund- und Hauptschule zog die Hexenzunft aus dem Kronensaal aus, um erstmals im Jahr 1980 ihren Prunkabend, der ab sofort Brauchtumsabend hieß, in dieser neuen Halle zu gestalten.



























Parallel zu den Aktivitäten innerhalb des Ortes streckte die Zunft ihre Fühler zum Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (V.O.N.) in Freiburg aus. Entsprechend den Verbandsrichtlinien wurde man zunächst im März 1978 Hospitanzzunft und nach der förmlichen Aufnahme am V.O.N.-Konvent 1982 in Schonach sodann am Narrentag 1983 in Freiburg in den Kreis der Mitgliedszünfte aufgenommen. Die Narrenzünfte "Hoorig" aus Ettenheim und "Hanfrözi" aus Rust hatten hierzu die Patenschaft übernommen.
Gemeinsam mit der Narrenzunft "Sendewelle" aus Altdorf haben wir gerne auch selbst die Patenschaft für unsere befreundete Narrenzunft "Pflumedrucker" aus Schutterwald übernommen und diesen dadurch 1984 die Aufnahme in den Verband Oberrheinischer Narrenzünfte ermöglicht.
























Bei der Jahreshauptversammlung am 16.03.1985 ergab sich ein erster Führungswechsel im Amt des Oberzunftmeisters, nachdem Karl-Heinz Hierlinger sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung stellen musste. Neuer Oberzunftmeister wurde sein langjähriger Vize Wolfram Stippich, überraschender Zunftmeister der erst 23-jährige Robert Hensle.









Erste Beweisprobe des neuen Führungsteams war die Fertigstellung eines von der Gemeinde Kappel-Grafenhausen zur Verfügung gestellten Raumes in der alten Schule als neues Vereinslokal, platzte doch das Nebenzimmer im damaligen Gasthaus "Ochsen" bei jeder Sitzung fast immer aus allen Nähten. Die Einweihung des Vereinheimes fand aufgrund der voraus gegangenen tatkräftigen Unterstützung der Mitglieder beim Um- und Anbau der Räume noch im Jahr 1985 statt und befindet sich bis heute im Seitengebäude des Rathauses in der Kirchstraße





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Durch den Wechsel in der Vereinsspitze kam auch frischer Wind in die Zunft, was sich insbesondere in der drastischen Zunahme der Mitgliedszahlen niederschlug. So wuchs der Verein innerhalb von vier Jahren bis zur Jahreshauptversammlung 1989 auf über 130 Mitglieder an, wovon mehr als die Hälfte als aktive Hexen in der Zunft eingeschrieben waren.
Im Jahre 1989 fand aus Anlaß des 25. Zunftjubiläums ein großes Narrentreffen statt, an dem über 30 Zünfte aus nah und fern in einem närrischen Lindwurm durch
die Straßen des Ortes zogen, nachdem die Gemeinde den Jubilar und deren Gäste zu einem Empfang ins Rathaus geladen hatte.
Während die Zunft unter der Leitung von Oberzunftmeister Wolfram Stippich in bewährten Händen blieb, übernahm Josef Baumann an der Hauptversammlung 1989 die Aufgaben des Zunftmeisters, da der bisherige Zunftmeister Robert Hensle für den Zeitraum einer Wahlperiode sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung stellen musste. Er kehrte aber bereits an der nächsten Wahl 1991 wieder in sein Amt zurück.

Einen Tiefpunkt im fasnächtlichen Geschehen auch in Grafenhausen waren sicherlich die politischen Ereignisse des Jahres 1991, die Fasent wurde in diesem Jahr aufgrund des Golfkrieges todgeredet und musste ausfallen.

An der satzungsgemäßen Jahreshauptversammlung im April 1995 wurde mit der Neuwahl der Vorstandschaft und dem gleichzeitigen Wechsel in der Person des Oberzunftmeisters bei der Hexenzunft Grafenhausen e.V. der Generationswechsel vollends eingeläutet. Robert Hensle folgte bei den Neuwahlen Wolfram Stippich im Amt des Oberzunftmeisters nach und wurde durch den Wahlleiter, Bürgermeister Raimund Halter, in sein neues Amt verpflichtet. Neue Zunftmeisterin wurde die bisherige Zunftbeisitzerin Irene Utz. Mit der Wahl von vier neuen Zunftbeiräten sank das Durchschnittsalter des Zunftrates nunmehr auf 30 Lebensjahre. Die Hexenzunft Grafenhausen e.V. zählte in diesem Jahr 120 (!) aktive Hästrager und 75 passive Mitglieder. Gleichzeitig hatte die neugewählte Jugendleiterin Gisela Bauer die Verantwortung für den "Narrensome" übernommen und betreute 40 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Der ausgeschiedene Oberzunftmeister Wolfram Stippich wurde am 51. Herbstkonvent des Verbandes oberrheinischer Narrenzünfte 1995 in Rust von den Delegierten als neuer Vizenarrenmeister des V.O.N. in Freiburg gewählt und vertritt seither zusammen mit Narrenmeister Paul Teike rund 25.000 aktive Fasnächtler zwischen Oberkirch, Lörrach und Neustadt/Schwarzwald. Gleichzeitig übernahm er mit diesem Amt auch den Vorsitz des Verwaltungsrates der Oberrheinischen Narrenschau in Kenzingen.


















































Dank guter Verbindungen zum Europapark Rust fuhren im Januar 1996, unterstützt von Hästrägern der Narrenzünfte Ringsheim und Altdorf, rund 20 Hexen nach Stuttgart, um das Rahmenprogramm des Musicals "Miss Saigon" zu gestalten. In den Collonaden des SI-Zentrums mischten sich die Hästräger unter die Musical besucher und brachten den interessierten Zuschauern die Sitten und Bräuche der alemannischen Fasent nahe.



















1997 erinnerte sich die Zunft an die 33. Wiederkehr der Zunftgründung und richtete hierzu einen weiteren Jubiläumsumzug innerhalb der Ortsgrenzen aus. Herrliches Vorfrühlingswetter ließ den Umzug der annähernd 50 Zünfte und Musikgruppen am 11.02.1997 zu einem tollen Erlebnis werden, der in einem von den örtlichen Vereinen gestalteten Narrendorf seine Auflösung fand. Dass die Narren nicht nur eigennützig dachten, zeigte sich in der Tatsache, dass der am Jubiläum erzielte Gewinn in Höhe von 4.444,44 DM dem "Förderverein für krebskranke Kinder" in Freiburg gespendet wurde.















































Anläßlich des Zunftjubiläums im Jahr 1997 trafen sich die aktiven Mitglieder der Zunft im Rheinwald nahe Grafenhausen, um sich und der Nachwelt in einem Gruppenfoto zur Schau zu stellen.




































Besonders stolz war man auf die 12 noch immer aktiven Ehrenmitglieder, unter denen sich noch die beiden Gründungsväter unserer Zunft, Walter Sterzenbach und Ottmar Hägle, befanden.









Nachdem das Vereinsheim im Laufe des Jahres 1998 einer vollständigen Renovierung unterzogen wurde und seither in neuem Glanz erstrahlt, erfolgte an der Jahreshauptversammlung am 20.03.1999 ein erneuter Wechsel im geschäftsführenden Zunftrat. Wolfgang Schaub löste Irene Utz ab und wurde neuer Zunftmeister. Die Zunft erreichte mit rund 140 aktiven Hästrägern und nahezu 50 Jugendmitglieder unter 18 Jahren in diesem Jahr den Höchststand ihrer Mitgliederzahl.

Eine letzte personelle Veränderung innerhalb der Führungsspitze erfolgte am 31.03.2001. In dieser Jahreshauptversammlung gab Robert Hensle nach langjähriger Zunftratstätigkeit das Amt des Oberzunftmeisters ab. Mit überwältigender Mehrheit wählten die anwesenden Mitglieder den bisherigen Zunftbeisitzer Bernhard Schießle zum neuen Oberzunftmeister und bestätigten Wolfgang Schaub in seinem Amt als Zunftmeister der Hexenzunft. Beide führen seither die Zunft, die aus 133 aktiven Hästrägern, 104 passiven Mitgliedern und 50 Jugendmitgliedern besteht (Stand März 2001).

Im Herbst 2001 wurde der vor wenigen Monaten ausgeschiedene Oberzunftmeister Robert Hensle Mitglied im Brauchtumsausschuss des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte (V.O.N.).














Höhepunkt des Jahres 2002 war zweifellos die mehrtägige Reise einer Delegation von Grafenhausener Hexen zusammen mit Narren des V.O.N. und des Verbandes Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) in die Bundeshauptstadt Berlin. Neben Besuchen und Auftritten bei den Landesvertretungen von Bremen und Baden-Württemberg folgten die Narren einer Einladung ins Bundeskanzleramt, wo sich Bundeskanzler Gerhard Schröder in Begleitung seiner beiden Minister Joschka Fischer und Jürgen Trittin von den Darbietungen und der Vielfältigkeit des südwestdeutschen Fasentbrauchtums überzeugen konnte.

Auf Vorschlag von V.O.N.-Narrenmeister Paul Teike beriefen die Delegierten des Herbstkonvents 2005 in Müllheim Robert Hensle, früherer Oberzunftmeister der Hexenzunft, als Beirat in den Verbandsvorstand.


































Für seine langjährigen und herausragenden Leistungen zum Wohle der Fasent am Oberrhein wurde Ehrenoberzunftmeister Wolfram Stippich an der Jahreshauptversammlung der Hexenzunft im April 2006 auf Antrag des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte mit der Ehrennadel des Landes Baden Württemberg ausgezeichnet. Stellvertretend für den Regierungspräsidenten wurde die Laudatio von Bürgermeister Armin Klausmann gehalten.

Wermutstropfen im Herbst 2006 war die vorzeitige Verabschiedung von Wolfram Stippich als Vizenarrenmeister des Verbandes am Herbstkonvent 2006 in Hauingen. Mit der Ernennung zum Ehrenmitglied des V.O.N. durch Narrenmeister Teike und einem nicht enden wollenden Applaus würdigten sowohl das Verbandspräsidium als auch die anwesenden Zunftoberen der 81 Mitgliedszünfte des Verbandes die geleistete Arbeit von Wolfram Stippich, der nicht freiwillig, sondern gezwungen durch eine leidvolle Krankheit sein Amt zur Verfügung stellen musste.
Schatzmeister Christian Holler gab an der Jahreshauptversammlung 2007 nach 18-jähriger Zunftratstätigkeit sein Amt in jüngere Hände und wurde für seine 14 Jahre als „Führer der Kassengeschäfte“ von OZM Schießle würdevoll verabschiedet und kehrt in den Kreis der aktiven Hästräger zurück.

Zur Förderung und Intensivierung der Jugendarbeit innerhalb der Hexenzunft erwarben die Jugendleiter Patrick Hiller und Michael Geiger in einem mehrtägigen Kurs die Jugendleiterkarte, welche bundesweit anerkannt ist.

 

Am Wahlkonvent des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte (V.O.N.) am 21.10.2007 in Rheinhausen-Oberhausen wurde Robert Hensle als Vorstandsbeirat in seinem Amt bestätigt. Er hat dort bereits seit 2004 den Neuaufbau und die weitere Führung des Häsbuches, in dem alle Informationen über die 81 Mitgliedszünfte und die Beschreibung der rund 330 Narrenfiguren des Verbandes erfasst sind und als wichtigstes Nachschlagewerk für den Verband und seine Zünfte gilt , übernommen .

Auf Einladung von Willi Stächele, Minister des Staatsministeriums und für europäische Angelegenheiten, nahm eine Delegation der Hexenzunft Grafenhausen gemeinsam mit weiteren Zünften der Vogtei Ortenau im V.O.N. am Neujahrsempfang 2008 der Landesvertretung Baden-Württemberg beim Europaparlament in Brüssel teil. Dass hier nicht immer nur die große Politik im Vordergrund stehen muss, zeigte sich im persönlichen Gespräch mit Ministerpräsident Günther Oettinger, der sich neben der oberrheinischen Fasent auch an der Geschichte unserer Zunft interessiert zeigte.
Bereits seit Anfang des Jahres 2007 liefen die Vorbereitungen für das 44-jährige Jubiläum der Hexenzunft, das aufgrund der kurzen Fasent 2008 ehrenvoll am „Fasent-Zischdig“ gefeiert wurde. Neben dem Hästrägertreffen der Südringvereinigung kurz nach Dreikönig war wohl der Jubiläumsumzug am 05.02.2008 Höhepunkt der Feierlichkeiten, wo nach einem Empfang durch die Gemeinde über 50 auswärtige Narrenzünfte und Gruppen farbenfroh und ideenreich durch die Straßen von Grafenhausen zogen. Wie im Jubiläumsjahr 1997 boten die örtlichen Vereine in einem Narrendorf bei der Mehrzweckhalle sowohl den Umzugsteilnehmern als auch den Zuschauern die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Geburtskind den Ehrentag ausgiebig bis in die Nachtstunden zu feiern.

Anlässlich des Jubiläums gab die Hexenzunft eine 60-seitige Festschrift in Farbe heraus, in der sie die vergangenen 44 Jahre noch einmal in Wort und Bild Revue passieren ließ. Bei Interesse kann diese Festschrift auch nach den Feierlichkeiten über die Zunft bezogen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zunft zeigte auch an den Fasnachtsveranstaltungen 2013 vollste Zufriedenheit. Vor nahezu ausverkaufter Halle wurde das fünfstündige Programm den Besuchern dargeboten und am Preismaskenball am Schmutzigen Donnerstag war mit insgesamt 13 Gruppen und drei Einzelstartern ein neuer Rekord zu vermelden. Am Umzug am Fasnachts-Dienstag beteiligten sich trotz Eiseskälte 50 Narrenzünfte, Fuß- oder Wagengruppen und zogen in einem närrischen Lindwurm durch die närrisch geschmückten Straßen der Gemeinde.

 

Die Saison 2010/2011 verlief in geregelten und ruhigen Bahnen, insbesondere waren die zunfteigenen Veranstaltungen gut besucht. Das aktuelle Sicherheitskonzept bei den Veranstaltungen in der Halle war ebenso erfolgreich wie die Neuorganisation der Aufstellung des Fasentumzugs in der Kirchstraße, um Überkreuzungen im Bereich der Sportplatzstraße zu vermeiden. Bereits im November 2010 konnten erneut acht Anwartschaftsmitglieder als aktive Hexen aufgenommen werden, wodurch sich die Zahl der Mitglieder auf insgesamt 267 Personen erhöhte. Diese verteilen sich in 147 aktive und 120 passive Mitglieder, in deren Zahl 37 Ehrenmitglieder eingeschlossen sind. Zudem werden 68 Kinder und Jugendliche betreut.

In der Jahreshauptversammlung am 09.04.2011 wurde die neu überarbeitete Ehrenordnung vorgestellt und von der Mitgliederversammlung abschließend beschlossen. Es wird nun festgeschrieben, dass aktive Mitglieder jeweils alle 11 Jahre mit einem zunfteigenen Orden ausgezeichnet werden können, passive Mitglieder alle 22 Jahre. Die Ernennung zum Ehrenmitglied wird ebenfalls neu geregelt, so dass Aktive nunmehr nach einer mindestens 33-jährigen Mitgliedschaft und dem Erreichen des 60. Lebensjahres diese ehrenvolle Auszeichnung erhalten können. Passive Mitglieder benötigen eine mindestens 33-jährige Mitgliedschaft und ein Mindestalter von 70 Lebensjahren.

Anlässlich der 900-Jahr-Feier unserer Gemeinde Grafenhausen am ersten Juli-Wochenende 2011 betrieb die Hexenzunft eine Hofwirtschaft bei unserer Besenmacherfamilie Sattler in der Kirchstraße, in der auch ein Maskenschnitzer und ein Strohschuhmacher ihre Handwerkskunst darboten. Thematisch beleuchtete die Zunft die ortseigene Geschichte der Hexenbrennung in Grafenhausen mit mehreren beeindruckenden Aufführungen auf der Bühne vor dem ehemaligen Gasthaus Ochsen und der Teilnahme am Jubiläumsumzug mit mehr als 50 Akteuren vor mehr als 10.000 Zuschauern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Fasent 2012 wurden für die aktiven Mitglieder neue T-Shirts und Pullover in blauem Farbton beschafft, welche die weiße Unterbekleidung ablöste. Ebenso kamen im Jahr 2012 erstmals 16 neue Latexmasken für Kinder zum Einsatz, um deren Maskierung bei den Umzügen zu vervollständigen. Neben dem Jubiläumsumzug „75 Jahre Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (VON)“ in Oberkirch nahm die Zunft an weiteren zehn Umzügen in der näheren und weiteren Umgebung teil, was sich allerdings bei den Buskosten negativ niederschlug. Die Mitgliederzahl bewegte sich mit 343 Mitgliedern, davon 156 aktiven Hexen und 64 Jugendmitgliedern, auf weiterhin hohem Niveau.

Der Ausflug der aktiven Mitglieder der Hexenzunft führte im Mai 2012 in die Vulkanlandschaft des Hegaus. In der Lochmühle in Eigeltingen war mit der Teilnahme an der Bauernolympiade das passende Rahmenprogramm geschaffen, um Kurzweile und Gaudi zu garantieren. Die Jugendmitglieder der Zunft verbrachten ein dreitägiges Hüttenwochenende in Ohlsbach und nahmen am Kinder- und Jugendtag des VON in Griesheim teil. Erstmals beteiligten sich die Junghexen mit einem Stand am Weihnachtsmarkt im Kurpark beim Pflegeheim in Ettenheimmünster.

Die Führung und Pflege der seit Mitte der 1990-Jahre bestehenden Internet-Präsenz unserer Zunft, für welche bisher das passive Mitglied Christian Baumann verantwortlich war, übernahm in diesem Jahr nunmehr unser aktives Mitglied Robin Schaub. Somit sind wir mit unserer Homepage „www.hexe-faege.de“ auch weiterhin worldwide präsent und ermöglichen allen, auch online Einblicke in unsere Zunft und Traditionen zu nehmen. Zudem können dort unter anderem die Chronik, die Umzugshistorie und andere wichtige Dinge, welche die Zunft betreffen, ständig aktualisiert nachgelesen werden.

Wie eng Freude und Trauer beieinander liegen, zeigt die Tatsache, dass in den Abendstunden des Zunftjubiläums unser Gründungsmitglied Ottmar Hägle im gesegneten Alter von 85 Jahren verstarb. Wir werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

 

Im April 2008 verschied unser Ehrenoberzunftmeister Wolfram Stippich im Alter von nur 58 Jahren nach schwerer unheilbarer Krankheit. Er wird uns für seine langjährige ehrenamtliche Arbeit, davon 16 Jahre als Zunft- und Oberzunftmeister, unvergesslich bleiben und wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Mit seinem Namen verbinden wir den Bau unseres Vereinsheims, die Erschaffung der Einzelfigur des Teufels, aber auch bei anderen richtungsweisenden Zielen der Hexenzunft war er Motor und Mitinitiator. Wolfram Stippich wird sowohl in unseren Reihen als auch weit über die fasnächtlichen Ortsgrenzen hinaus als treuer Narrenfreund, Gönner und Wegbegleiter schmerzlich fehlen. Ehre seinem Gedenken.

 

Die Hexenzunft war im Juli 2008 Ausrichter der „Spiele ohne Grenzen“, der alljährlich innerhalb der Südringzünfte der südlichen Ortenau durchgeführten Sommerveranstaltung außerhalb der fünften Jahreszeit. Aus dem diesjährigen Turnier mit lustigen Mannschaftsspielen ging die Narrenzunft aus Oberhausen als Sieger hervor.

 

Seit August 2008 präsentiert sich die Hexenzunft mit einer überarbeiteten und modernisierten Domain im Internet, mit welcher wir alle Interessierten aus Nah und Fern auch weiterhin am Geschehen der Hexenzunft Grafenhausen e.V. zeitaktuell teilhaben lassen können. Als nunmehr hierfür Verantwortlicher löst Sven Schaub die beiden bisherigen Homepage - Betreuer Christian Baumann und Robert Hensle ab.

Wie in den Jahren zuvor war auch 2009 der Umzug der Hexenzunft am Fasnet-Zischdig der Höhepunkt der laufenden Fasentssaison. 16 auswärtige Narrenzünfte aus der Südringvereinigung, aber auch aus der Ortenau, dem Dreiländereck, dem Hochschwarzwald und aus Frankreich sowie 27 Fuß- und Wagengruppen aus Grafenhausen und der näheren und weiteren Umgebung bereicherten den Umzug. Während die einen ihre farbenfrohen Häs präsentierten und mit den Zuschauern ihren Schabernack trieben, nahmen die anderen mit ihren Darstellungen die Dorf- und überörtliche Politik auf die Schippe. Einmal mehr waren die Wagengruppen aus Münchweier, die alljährlich mit ihren gigantischen Fasentwagen nach Grafenhausen kommen, ein Augenschmaus für die Zuschauer an der Umzugsstrecke.

An der Jahreshauptversammlung 2009 wurde Jürgen Stöhr nach 22-jähriger Tätigkeit als Schriftführer der Hexenzunft verabschiedet. Er wird dem Zunftrat jedoch als „Pressehex“ und Beisitzer weiterhin erhalten bleiben. Zeugwart Heinz Sattler erhielt für seine langjährige Zunftratstätigkeit den Verbandsorden des V.O.N. in Silber.

Im Mai 2009 führte der zweitägige Ausflug die aktiven Mitglieder der Hexenzunft zum Alemannenhof nach Rickenbach in den Hotzenwald. Neben der Besichtung der Brauerei Waldhaus am Samstag-Nachmittag und dem „Schweinchen-Potpourri“ am Abend wird auch der Abschluss in Titisee am Sonntag in guter Erinnerung bleiben. Die Jugendmitglieder verbrachten im gleichen Monat ein dreitägiges Hüttenwochenende auf dem Fehrenbacherhof in Hofstetten.

Die Jugendleiter Patrick Hiller und Michael Geiger, welche bereits 2007 ihre Jugendleiterkarten erwarben hatten, nahmen im Sommer 2009 an der Klausurtagung der Jugendleiter der Vogtei Ortenau im V.O.N. auf dem Schindlehof bei Ohlsbach teil. In den Arbeitskreisen „Haftung für Aufsichtspflichtige“ und „Spiele“ sowie beim Erfahrungsaustausch mit anderen Zunft-Jugendleitern konnten sie weitere Informationen für die Jugendarbeit gewinnen.

An der Fasenteröffnung im November 2009 konnten weitere neun Jugend-Mitglieder mit Erreichen ihres 18. Lebensjahres in den Kreis der aktiven Hexenschar aufgenommen werden.

In der Jahreshauptversammlung 2010 ließ Oberzunftmeister Schießle die vergangene Fasentssaison Revue passieren. Einmal mehr kam die Hexenzunft ihrem Auftrag zum Erhalt der örtlichen Fasnacht in vollem Umfang nach. Insbesondere der Zunftabend zeigte, dass die Zunft keine Nachwuchssorgen hat. Auch der Rathaussturm, der Preismaskenball und der Fasentumzug zeugten erneut von einem hohen Niveau. Die Hexenzunft verfügte zum Jahresabschluss 2009 nunmehr über 260 Mitglieder, davon im Aktivenkreis neben 141 erwachsenen Hästrägern über 61 Jugendmitglieder unter 18 Jahren sowie 119 passive Mitglieder. Anlässlich seiner 33-jährigen aktiven Mitgliedschaft wurde der frühere Oberzunftmeister Robert Hensle auf Antrag der Hexenzunft mit dem Verbandsorden des V.O.N. in Gold ausgezeichnet, welchen ihm V.O.N.-Schatzmeister Horst Schleith aus Denzlingen verlieh. Des Weiteren konnte Schleith auch OZM Schießle mir dem Verbandsorden des V.O.N. in Silber und Jugendleiter Patrick Hiller mit dem V.O.N.-Verbandsorden in Bronze auszeichnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An der Jahreshauptversammlung 2013 konnten neun aktive Mitglieder für 11 und 33-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden. Höhepunkte waren die Auszeichnung von Ehrenoberzunftmeister Karl-Heinz Hierlinger für seine 44-jährige Zunftzugehörigkeit und die Überreichung des Verbandsordens „E halbs Lebe“ an unser Gründungsmitglied Walter Sterzenbach. Während Beisitzer Timo Ohnemus aus dem Zunftrat ausschied, kamen Svenja Beilke und Armin Feißt als neue Beisitzer hinzu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Fasentsveranstaltungen 2015 erreichten erneut die Bevölkerung, was sich an den Besucherzahlen zeigte. Trotz einer außergewöhnlichen Grippewelle und der schlechten Witterung konnte eine positive Bilanz gezogen werden. Die inzwischen auf 170 aktive Hästräger angewachsene Hexenzunft bot den Interessierten einen rund fünf Stunden dauernden traditionellen Zunftabend sowie am Schmutzigen Donnerstag neben dem Rathaussturm mit anschließendem Hemdglunkerumzug einen Preismaskenball und den Umzug am Fasnachts-Dienstag.

An der Jahreshauptversammlung 2015 wurde die aus dem Jahr 1976 stammende Satzung der Zunft in einer neu überarbeiteten und zeitgemäßen Fassung verabschiedet und es konnten 24 Mitglieder für langjährige Zunftzugehörigkeit mit den zunfteigenen Orden und Urkunden geehrt werden. Zudem überreichte der Kanzellar des VON, Robert Hensle, den Zunfträtinnen Isabelle Luczak und Jessica Strickler sowie der Aktiven Beate Schaub für deren außergewöhnliches Engagement den Verbandsorden in Bronze, Michael Geiger und Heinz Sattler den Verbandsorden in Gold und Wolfgang Schaub und Jürgen Stöhr erhielten den Verdienstorden des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte.

Bei der Neuwahl des Zunftrates schieden Zunftmeister Wolfgang Schaub, Jugendleiter Patrick Hiller und Pressehex Jürgen Stöhr aus dem Zunftrat aus. Insgesamt 64 Jahre waren diese drei aktiven Mitglieder in leitenden Funktionen für die Zunft tätig. Neuer Zunftmeister wurde Benjamin Utz und neue Jugendleiterin Svenja Beilke. Ergänzend kamen Silvia Bührle und Florian Schaub als neue Beisitzer hinzu.

Neben diversen Teilnahmen an örtlichen Vereinsturnieren und dem jährlich stattfindenden Spiele-ohne-Grenzen-Turnier der Zünfte der Südringvereinigung in Rust war das Jahr 2015 vom Kinder- und Jugendtag der VON-Vogtei Ortenau in Schutterwald und dem Familientag der Zunft auf dem Gelände des heimischen Sportvereins geprägt. An der Aktivenversammlung im November 2015 konnten weitere acht Jugend- und Anwartschaftsmitglieder in den Kreis der aktiven Hexen aufgenommen werden.

Das Fasentjahr 2016 begann direkt am Wochenende nach dem Dreikönigstag mit dem Besuch des 22. Vogteitreffens der Vogtei Ortenau im Nachbarort Altdorf. Aufgrund der kurzen Fasentsaison war bereits fünf Wochen später schon wieder alles vorbei. Die Hexenzunft war dieses Jahr ausschließlich auf Umzügen in der Ortenau unterwegs, so blieb genug Zeit, sich auf die eigenen Veranstaltungen vorzubereiten und diese trotz eines Rückgangs an teilnehmenden Gruppen am Preismaskenball erfolgreich durchzuführen. Selbst die seit Herbst 2014 vorhandene Großbaustelle „Hauptstraße“ war kein Hindernis, traditionell den Fasentumzug mit vielen Teilnehmern und Zuschauern durchzuführen.

An der Jahreshauptversammlung 2016 krönte ein Ehrungsreigen die Sitzung. Mit der Auszeichnung von 15 Aktiven mit Zunftorden würdigte die Zunft deren langjährige Mitgliedschaft zwischen 11 und 44 Jahren, zudem erhielten Schatzmeisterin Michaela Schöffel und Beisitzer Reinhard Anselm den VON-Orden in Silber. Kritisch äußerte sich Oberzunftmeister Schießle hinsichtlich der am Umzug immer lauter werdenden Diskomotivwägen, die allerdings von den Zuschauern wegen ihres Einfallsreichtums hinsichtlich der Motive und Technik auch geschätzt werden.

Seit Jahrzehnten sieht die Zunft in ihrer Jugendarbeit eine ihrer Hauptaufgaben, denn Kinder und Jugendliche sind der elementar wichtige Grundstein für den Fortbestand und eine erfolgreiche Zukunft der Zunft. Aufgrund der jeweils nur wenige Wochen andauernden Fasentzeit gilt es, die Träger des Brauchtums von morgen nicht nur mit den Traditionen der ortsüblichen Fasent, den historischen Hintergründen derselben am alemannischen Oberrhein und den satzungsgemäßen Zielen der Hexenzunft vertraut zu machen, sondern auch im restlichen Jahr mit vielerlei Aktivitäten altersgerecht zu hegen und zu pflegen. Mit Minigolfen im Schwarzlicht, einem Spielenachmittag beim Ferienprogramm der Gemeinde, dem Besuch eines Baumklettergartens mit anschließender Besichtigung des Narrenmuseums in Kenzingen, einer Nikolausfeier und anderen Veranstaltungen zeigte sich der Nachwuchs für die kommenden Aufgaben einmal mehr gerüstet. Die erwachsenen Aktiven hingegen unternahmen im Herbst einen Ausflug ins Bad Bergzabener Land mit Besichtigung der Burg Berwartstein, der am Abend mit dem Besuch eines typischen Pfälzer Weinfests in der Winzergasse von Gleiszellen ausklang.

Auch im Fasentjahr 2017 war die Hexenzunft trotz erheblich gestiegener Bustransferkosten wieder an diversen Umzügen und Hallenveranstaltungen zugegen. Zwischen Oberkirch im Norden und Zell im Wiesental im Süden repräsentierten wir uns und unser Brauchtum mit meist weit über 100 aktiven Hästrägern und dem Teufel, der dem Teufelskorb entspringt. Auch vergessen wir nicht unsere satzungsgemäße Verpflichtung, unsere ortsübliche Fasent zu pflegen und zu erhalten. Sowohl der jährliche Zunftabend, wo die aktiven Mitglieder und die Junghexen dem Publikum ihre über Monate einstudierten Beiträge vorführen und für viel Begeisterung sorgen, als auch der Preismaskenball am Schmutzigen Donnerstag erfreuen sich alljährlich einer vollbesetzten Gemeindehalle. Auch war der Fasent-Zischdig-Umzug 2017 mit rund 60 befreundeten Narrenzünften, Musiken, Fuß- und Wagengruppen erneut farbenfroh und kurzweilig, auch wenn uns der Wettergott erneut nicht besonders hold war.

Eine Ära geht zu Ende. Die Jahreshauptversammlung 2017 war geprägt von einer Vielzahl an Veränderungen im Zunftrat. Der bisherige Oberzunftmeister Bernhard Schießle stellte sich nach 16-jähriger Tätigkeit als 1. Zunftvorstand nicht mehr zur Wiederwahl, zu seinem Nachfolger wählten die anwesenden Mitglieder den bisherigen Zunftmeister Benjamin Utz in das Amt des Oberzunftmeisters. Seine Tätigkeit als Zunftmeister wird die bisherige Jugendleiterin Svenja Beilke weiterführen. Originell war die symbolische Übergabe eines neuen Narrenstabes zu vermerken, welcher von Schießle beschafft und an seinen Nachfolger Utz übergeben werden konnte.

Mit dem Ausscheiden der langjährigen Schatzmeisterin Michaela Schöffel, welche 10 Jahre für die Finanzen der Zunft verantwortlich war, übernahm die bisherige Beisitzerin Silvia Bührle diesen Ressortbereich. Neuer Jugendleiter wurde Florian Schaub und als Beisitzer rückten Julia Schaub und Stefan Jörger in den Zunftrat nach. Der neue Zunftrat kann die Hexenzunft Grafenhausen e.V. auf stabilen und geordneten Verhältnissen weiter in die Zukunft führen, hat doch der ausgeschiedene Oberzunftmeister Bernhard Schießle mit seiner umsichtigen und erfolgreichen Tätigkeit bleibende Spuren in allen Bereichen hinterlassen. Die Hexenzunft Grafenhausen e.V. ist mit ihren derzeit 325 Mitgliedern (153 Aktive, 123 Passive und 49 Kinder/Jugendliche) weiterhin einer der größten kulturellen Vereine in Kappel-Grafenhausen. Mit dem Verbandsorden in Silber wurden der langjährige Fahnenträger Martin Büchele und Zeremonienmeister Alexander Utz ausgezeichnet, das Ehrenmitglied Anna Sattler, der frühere Schatzmeister Christian Holler und der eben ausgeschiedene Oberzunftmeister Bernhard Schießle erhielten aus den Händen von VON-Kanzellar Robert Hensle den Verbandsorden in Gold. Dem Antrag auf eine notwendige und moderate Erhöhung der Mitgliedsbeiträge für Aktive, Jugendliche und Familien stimmten die Anwesenden einstimmig zu.

Im Hochsommer 2017 trafen sich die Mitglieder zwischen 3 und 92 Jahren zum alle zwei Jahre stattfindenden Familientag, der in diesem Jahr erstmals rund um das Vereinsheim veranstaltet wurde. Bei bestem Sommerwetter unternahm man eine Fahrradtour zur Waldhütte in den Niederwald und ließ den Abend bei bester Unterhaltung ausklingen. Der Hexennachwuchs hingegen machte eine Taubergießenfahrt und besuchte das Tipidorf im Europapark Rust.

Nur wenige Tage nach der Fasnachtsproklamation am 11.11. verstarb unser Ehrenoberzunftmeister Karl-Heinz Hierlinger im Alter von nur 71 Jahren. Er hatte ab 1970 als 1. Hexenmeister wesentlich zum Aufbau der Hexenzunft beigetragen. Die Einführung der bis heute unverändert gebliebenen Holzmaske, die Weiterentwicklung des früheren „Hexenclubs“ als Körperschaft des privaten Rechts durch Eintrag als eingetragener Verein im Jahr 1976 mit seiner Ernennung zum Oberzunftmeister, der Umbau alter Schulräume mit Anbau zu unserem heutigen Vereinheim Anfang der 1980-er Jahre und die Aufnahme der Hexenzunft 1982 als Vollmitglied in den Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) tragen bis heute unverkennbar seine Handschrift. Bereits 1985 dankte ihm die Hexenzunft für seine unermüdliche Schaffenskraft mit der Ernennung zum Ehrenoberzunftmeister. Karl-Heinz Hierlinger war zudem über 20 Jahre Seniorenvogt der VON-Vogtei Ortenau, dessen Amt er erst im vergangenen Jahr in jüngere Hände legte. Wir sind dem bis zu seinem Tod der Zunft treu verbundenen aktiven Ehrenmitglied Karl-Heinz Hierlinger zu vielfältigem Dank verpflichtet, er wird in unseren Herzen stets unvergesslich bleiben und einen Ehrenplatz erhalten. 

Ein weiterer trauriger Anlass war der Tod unseres Gründungs- und aktiven Ehrenmitglieds Walter Sterzenbach, der am 19.12.2017 im Alter von 91 Jahren ebenfalls unerwartet verstarb. Auch wenn er lieber im Hintergrund wirken wollte und deshalb kein Amt im Zunftrat begleitete, war Walter Sterzenbach über 50 Jahre mit Leib und Seele eine Grafenhausener Hexe. Gerne lauschte man seinen fasnächtlichen Dorfgeschichten aus früheren Zeiten und manch einer wird sich noch lange an die Schabernacks erinnern, die er mit den Zuschauern und den Junghexen trieb. Bis zu seinem Tod war Walter Sterzenbach der Hexenzunft treu verbunden und bleibt uns allen mit seinem unverkennbar trockenen Humor unvergessen.

 

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Bereits heute steht fest, dass die Hexenzunft im Jahr 2019 ihr 55-jähriges Zunftjubiläum feiern wird. Neben einem Jubiläums-Zunftabend am 15.02.2019 mit einem Rückblick auf Vergangenes ist für den 05.03.2019 (Fasnachts-Dienstag) ein Jubiläumsumzug in Planung, bei dem sich neben den allseits bekannten Fuß- und Wagengruppen eine große Anzahl an auswärtigen Zünften ein buntes Stelldichein auf den Straßen von Grafenhausen geben werden. Entsprechend ist hierzu für die kommende Fasnacht eine neue Streckenführung des Umzugs vorgesehen, damit der Umzug auch 2019 reibungslos ablaufen kann.

 

Am Herbstkonvent des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte im Oktober 2013 in Kenzingen wurde der ehemalige Oberzunftmeister Robert Hensle zum neuen Kanzellar des VON ernannt. Svenja Beilke, erst im Frühjahr in den Zunftrat gewählt, komplettiert zudem den Jugendleiterausschuss der VON-Vogtei Ortenau, welcher sich um die Belange der vereinsübergreifenden Jugendarbeit aller Mitgliedszünfte der Ortenau kümmert, in der derzeit in 24 Mitgliedzünften rund 900 Kinder und Jugendliche organisiert sind. Entsprechend den Vorgaben des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte nahmen neben Jugendleiter Patrick Hiller und anderen Jugendleitern auch die Beisitzer Svenja Beilke und Michael Geiger an einer JuLeiCa-Ausbildungsschulung teil, in der man sich neben rechtlichen Aspekten zum Thema Kinder und Jugendliche auch damit auseinandersetzt, wie eine Gruppe funktioniert und wie man altersgerechte Veranstaltungen organisiert.

Die Veranstaltungen der Zunft waren auch an der Fasent 2014 mehr als zufrieden stellend besucht. Der Umzug am Fasnachts-Dienstag mit insgesamt 55 Fuß- oder Wagengruppen und Narrenzünften war jubiläumswürdig, eine Kurzbesuch von Radio Ohr mit Liveschaltung ins laufende Programm des Senders untermauerte dessen Wertigkeit. Das neue Sicherheitskonzept im Narrendorf griff ebenso wie die Umstellung auf das SEPA-Lastschriftenverfahren im Laufe des Jahres 2014.

An der Jahreshauptversammlung 2014 konnten elf Mitglieder für langjährige Zunftzugehörigkeit geehrt werden. Robert Hensle übergab der Zunft anlässlich des 50. Zunftjubiläums eine aktuelle Pressechronik mit mehreren Hundert Zeitungsberichten und Bildern seit Gründung der Hexenzunft im Jahr 1964.

Während die Jugendlichen ein langes Hüttenwochenende in Gengenbach-Bergach verbrachten und am Kinder- und Jugendtag des VON in Lahr-Reichenbach teilnahmen, führte der zweitägige Jahresausflug 2014 die aktiven Mitglieder zum Almabtrieb nach Meierhöfen ins Allgäu. Zahlreiche weitere Teilnahmen unserer aktiven Zunftmitglieder an örtlichen Veranstaltungen rundeten die Jahresfolge ab.

Die Hexenzunft war 2014 erstmals Ausrichter des Narrensometreffens der Vogtei Ortenau, zu dem sich rund 250 Kinder und Jugendliche der 24 Vogteizünfte in ihren Zunfthäsern zu Spaß und Spiel in der Halle Grafenhausen trafen. Die Hexenzunft bot den Teilnehmern mit Bühnenaufführungen, Kinderschminken und Gruppenspielen ein kurzweiliges Rahmenprogramm.

Eine Vielzahl an Hästrägern der Hexenzunft unterstützte im Auftrag des VON die Jubiläumsfeierlichkeiten des Ortenauer Narrenbundes (ONB) in Lahr. Ebenso erstmals statteten die Hästräger der Zunft an der Fasent 2014 den betagten Bewohnern des Seniorenheims in Ettenheimmünster einen närrischen Besuch ab, der sowohl den Bewohnern als auch den teilnehmenden Hexen lange in Erinnerung bleiben wird.